„Sprecht miteinander!“, ruft Hannes.

„Wer ist ‚Leader‘, wer ist ‚Follower‘?“, fragt Tanzlehrer Sven Janzen vom Tanzwerk Bitterfeld die 20 Schülerinnen im Raum D 129. Die Elektrowerkstatt ist leer geräumt fürs Tanzen. Gleich geht es los mit Discofox. Später wird auch Linedance angeboten. „Jetzt paart Euch mal!“, sagt er schmunzelnd und blickt in lachende Mädchengesichter. Unter Bauteil B und C bilden sich Schlangen vor den Stationen. Es ist der 30.Juni 2026 und es ist Sportfest in den BbS ABi.
Fürs Torwandschießen und Treffen des Basketballkorbes gibt es jeweils zehn Versuche. Julio und Marcel (beide BRL.25-A, Rohrleitungsbauer) müssen später ins Stechen mit Hasan und Jannic. Jannic wird Erster werden, Marcel Zweiter und Julio Dritter. Doch es wird noch drei Stunden dauern, bevor die Resultate feststehen und die Siegerehrung stattfindet. Lehrerin Anne Gabriel trifft sechsmal in den Korb, obwohl sie nie Basketball gespielt hat. Glück gehört eben immer schon mit dazu. Die BRL.25-A (Rohrleitungsbauer) spielt am Rand der Sporthalle für sich im Kreis Volleyball. Sie wurden leider nicht gefragt, ob sie am Volleyball-Turnier teilnehmen wollen. Das ärgert sie schon. Am Grill stehen Emil, Fynn, Maxim und Eddie (Rohrleitungsbauer, BRL.25-B) und verkaufen Bratwürste. Timmy hat sich dazu gemogelt. 230 Würstchen wird Emil in die Zange nehmen. So viele werden am Ende verkauft. Johannes (BRL.25-A) hilft unermüdlich beim Basketball und fängt die Bälle ab.
In der Sporthalle sind gleichzeitig drei Volleyball-Felder abgesteckt. Sechs von 18 Mannschaften spielen parallel. Gerade messen sich die Umwelttechnologen (BUK.25/BUA.25) mit den Chemikanten (BCK.24-A). „Sprecht miteinander!“, schreit Hannes (BCK.24-A) und feuert sein Team an. Denn die Chemikanten sind im Rückstand. Dann steht es 23:20 für die Chemikanten. Ben hebt die Faust. „Noch ist nichts verloren!“, ruft Sportlehrer Kriese. 22:23 – die Gemüter laufen heiß. Jetzt bloß keine Faselfehler. Am Ende steht es 22:25: die Chemikanten siegen. Schnell schütteln sportliche Gegner die Hände, gratulieren sich ehrlich. Vom Rang zuschauende Schüler applaudieren. Idriss (BIM.25, Industriemechaniker) und Christophe (BRL.25-B, Rohrleitungsbauer) messen sich in der Zwischenzeit draußen im Seilspringen, Medizinballschocken und Standweitsprung. Nur einer wird am Ende vor ihnen sein: Christophe wird Zweiter, Idriss Dritter. Am Ende: warten auf die Siegerehrung.
Die Schulleitung bedankt sich bei Vertrauenslehrerin Heike Burschitz, die das Sportfest mit den Sportlehrern organisierte und bei dem Kollegium, das als Kampfrichter und Jury die Wettkämpfe begleitete. Schade, dass es kein Fußballturnier gab, sagen einige Schüler. Der Sportplatz ist schon seit längerer Zeit aus Sicherheitsgründen gesperrt.
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L.Dietsch
















Jeder Dritte mit höherem Schulabschluss

Leise Musik dringt aus der Aula in Bitterfeld. Nur wenige Minuten nach dem Sportfest wird die feierliche Zeugnisausgabe für die Klassen der Einjährigen Berufsfachschule sein. 68 Schüler und Schülerinnen werden aus der BbS ABi entlassen. 32 freuen sich sich auf alle Fälle, denn sie erhalten ein Abschlusszeugnis, die anderen haben den Abschluss nicht geschafft. Die Teamleiterin Dr. Karen Klinger-Amler begrüßt die Schüler. Schulleiterin Astrid Zosgornik gratuliert zu 24 mal höheren Schulabschlüssen, die die Schüler außerdem mitnehmen wie den Realschulabschluss oder den erweiterten Realschulabschluss. Zur Einjährigen Berufsfachschule gehört auch ein Praktikum, wo Schüler reale Einblicke in berufliche Arbeitsfelder gewinnen konnten. Viele der Schüler haben ihre anschließende Ausbildung sicher. Die Klassenlehrer – Frau Kreutzmann, Frau Remmling und Herr Schröter verabschieden sich von ihren Schülern. Danke sagen auch die Klassensprecher den Lehrern. Bevor gefeiert wird, erzählt Maria, die auf ihrem Zeugnis alles Einsen hat, bewegend ihre persönliche Geschichte. In ihrem Land Afghanistan können Mädchen nicht in die Schule gehen und lernen. Aber Lernen ist der Schlüssel zu einem glücklichen Leben. Sie hat in Deutschland ihre Chance zu lernen genutzt. Und wie.

L.Dietsch








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